Cornwall – Steilküsten, Sandstrände und Cornish Spezialitäten

1 Cornwall - MevagisseyAls ich Freunden und Familie von dem Plan erzählte, haben alle Cornwall eher mit Rosamunde Pilcher verbunden, als mit dem Touristen Hot Spot der Briten. Besonders die Westküste, rund um Newquay, gehört zu den Surfspots und ist deshalb besonders Anziehungspunkt für Wassersportbegeisterte.

Weil wir diesen Ferientourismus vermeiden wollten und stattdessen unsere Freunde an der Südküste Cornwalls in St. Austell besucht haben, fokussiert sich mein Reisebericht auf diese Region. Dennoch waren wir auch an einigen Orten an der Westküste, wo es ebenso touristisch war.

1 Cornwall - (40) - Exmouth

Gegen 17 Uhr erreichten wir endlich St. Austell. Unsere Freunde warteten schon, denn sie wollten uns gleich ein bisschen herumführen. Nachdem wir unsere Sachen im Gästezimmer abgestellt hatten, sind wir gleich nochmal los um in den naheliegen Hafenort Charlestown zu fahren.

Freitag 17.7.

1 Cornwall - (47) - Charlestown

Charlestown

Charlestown ist ein kleiner Bilderbuchort in der St. Austell Bucht. Früher wurde hier Ton abgebaut, auf die Schiffe geladen und exportiert. Heute dient der Hafen als Kulisse für TV-Serien, und ist Standort für das Unetrnehmen Spuare Sail, welche ihre riesigen Segelschiffe hier anlegen. Weiter vorne im Hafenbecken nutzten bei unserem Besuch die Kinder Fischerboxen um die Bootsrampe hinunter zuschlittern. Ein Anderer versuchte sich in Slacklining über die Hafenmauern und zog dabei zahlreiche Zuschauer an. Einer der Zuschauer wollte dann auch mal sein Glück versuchen, landete jedoch nach wenigen Zentimetern im eiskalten Hafenwasser. Beim zweiten Versuch schaffte er es dann nach gefühlten 5 Minuten und starkem Wackeln dann doch noch.

Trotz, dass die Temperatur bereits gesunken war, wollte ich unbedingt noch am ersten Abend mein erstes Cornish Eis essen. Denn Cornwall ist neben dem Cornish Pasty auch für sein besonders leckeres Eis bekannt. Neben kleinen individiuellen Eiskremherstellern gibt es die Kette „Kelly´s of Cornwall“. Diese gibt es in nahezu jedem Ort in Cornwall – so auch in Charlestown. Bei „Kelly´s of Cornwall“ kann man aus 12 verschiedenen Eissorten, teilweise auch sehr ungewöhnlichen Variationen wie ich dachte (z.B. „gesalzenes Karamell“ oder „Rum und Rosinen“), wählen.  Später werde ich jedoch noch feststellen, dass es diese Kombinationen überall gibt und für die Briten normal ist.

1 Cornwall - (63) - Charlestown

Nach der großen Entscheidungsfrage welche Sorte ich probieren möchte – denn ich liebe es, neue Eiskremsorten zu testen und für mich waren fast alle neu – entschied ich mich schließlich für Banoffee – eine Mischung aus Banane und Toffee. Eiskrem ist in Großbritannien überall teurer als in Deutschland. Hier muss man zwischen 2 £ bis 2,50 £ für eine Kugel rechnen. Wer noch etwas mehr bezahlt, kann dann noch zwischen verschiedenen Waffeln auswählen. Zumindest kann ich für Kelly´s Eiskrem sagen, dass es große Kugeln waren, und die Geschmacksrichtungen saulecker sind.

1 Cornwall - (65) - Charlestown

Während wir Frauen am Eis schleckten, gönnten sich die Männer im Biergarten ein Pint, und die Möwen pickten die Rester vom Tisch. Anschließend ging es wieder ins Haus, und wir wurden mit leckeren Rippchen und frischen Salat beglückt. Weil unsere Freunde einen kleinen Sohn haben, ließen wir den Abend mit Cornish Knocker und dem stadteigenen St. Austell Bier im Wohnzimmer ausklingen.

Samstag 18.7.

1 Cornwall - (74)

Nach einem typisch britischen Frühstück und einem wohlgefülltem Bauch, fuhren wir nach Perranporth, das rund eine viertel Stunde südlich von Newquay an der Westküste Cornwalls entfernt liegt.

Perranporth

Ein kleiner touristischer Fischerort gefüllt mit sehr vielen Touristen, die sich Gott sei Dank am endlos scheinenden kilometerlangen Strand verteilten. Bester Zeitpunkt um zu diesem Strand zu gehen ist bei Ebbe. Jedoch schwanken die Gezeiten von Ost nach West bereits stark, so dass sich ein Blick ins Internet oder in die örtliche Touristeninformation (die haben immer Aushänge zu Wetter und Gezeiten) lohnt.

Weil bei uns gerade Ebbe war, konnten wir den ganzen Tag am Strand genießen. Wir platzierten uns direkt neben ein paar tollen Felsformationen, hatten ein wunderbares Picknick, und wurden in die Cricket-Regeln eingeweiht. Die Briten sind ja Regen und eine frische Brise Wind an der Küste gewohnt, aber trotzdem sind die meisten Wagemutigen dann doch mit einem Neoprenanzug ins Wasser. Mich selbst zähle ich eher zu den Frostbeulen, für mich war das Wasser einfach zu kalt. Und auf was ich auch überhaupt nicht stehe sind Quallen, davon gab es dort an diesem Tag auch mehr als mir lieb war. Die Ebbe hatte hunderte von Quallen an den Strand gesprühlt, so dass dieser zu einem im wahrsten Sinne des Wortes Hindernislauf wurde. Jedoch schienen die Quallen ungefährlich zu sein, denn baden war erlaubt. Auch ein paar Surfer konnten wir im Wasser beobachten. Ein perfekter Ort für Anfänger, denn der Boden ist sandig und die Wellen klein.

Am späten Nachmittag kam die Flut zurück und wir konnten verfolgen wie schnell das geschah, denn die Lifeguards mussten im halben Stundentakt ihre Position verändert, um nicht plötzlich im Nassen zu stehen. Am Ende verscheuchte die Flut auch schließlich uns. Doch wir hatten einen tollen Strandtag und freuten uns jetzt auch Abendbrot.

1 Cornwall - (109)

Zurück in St. Austell, grillten wir gemeinsam mit unseren Freunden, und tranken ein weiteres typisches Getränk aus Cornwall – „Fat Pig“. Ein ziemlich hochprozentiger Cider, der beim ersten Schluck etwas in der Kehle brennt, aber einen wunderbaren Apfelnachgeschmack hat. Denn eines lernt man schnell wenn man in Großbritannien ist. Cider gibt es viele, aber die traditionellen sind nicht unbedingt jedermanns Geschmack. Magners, Bulmers und Strongbow zählen zu den kommerziellen Marken, und werden von den Cider-Liebhabern eher gemieden. Traditionellen Cider erkennt ihr daran, das dieser meist keine Kohlensäure enthält und trüb ist.

Sonntag 19.7.

1 Cornwall - (144) - Fowey

Fowey

An diesem Tag fuhren wir die kleine Stadt Fowey an der Südküste Cornwalls. Den Anblick der vielen Touristen machte uns schnell klar, dass auch diese Hafenstadt ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Briten ist. Die Stadt liegt am gleichnamigen Fluss Fowey. Aufgrund seiner Wassertiefe ist der Hafen zu allen Gezeiten anfahrbar. Neben zahlreichen Segelbooten ist der Hafen auch Anlaufpunkt für Transportschiffe, die Kaolin exportieren. Seit kurzem laufen hier sogar Kreuzfahrtschiffe ein. Die Straßen in Fowey sind teilweise sehr steil, also bereit euch auf ein bisschen Bergsteigen vor. Die Häuser haben den typischen Küstenstil, mit maritimen Reliefs, Fenstermotiven oder Geländer. Die Türen sind zudem meist in einem knalligen Farbton lackiert.

Wenn ihr fit seid, dann lauft zur Mündung. Dort treffen nicht nur der Fluss Fowey und der Ärmelkanal auf einander, sondern ihr habt auch einen tollen Ausblick. Darüber hinaus befindet sich auf der Landspitze die Ruine der ehemaligen Küstenbefestigung St Catherine’s, die während des Zweiten Weltkrieges auch als Schutz diente.

Gerade als wir in Fowey angekommen waren, bekamen wir auch gleich wieder Hunger. Denn während wir so durch die Straßen an den vielen kleinen süßen Geschäften, Cafés und Galerien vorbei liefen, stieg uns dieser wunderbare Duft von Fleisch und frisch gebackenen Teig in die Nase. Das lag daran, dass bereits Mittag war und fast jeder einen so genannten „Cornish Pasty“ in der Hand hatte. Die Auswahl war groß, denn Bäckereien gab es zig in Fowey, die sich nur so aneinander reihten. Und alle boten natürlich diese traditionelle Köstlichkeit aus Cornwall an. Die „Cornish Pasty“ sind herzhafte Blätterteigtaschen, die mit Steak, Kartoffeln und Zwiebeln gefüllt sind.

Nach dem Motto neue Stadt, Zeit für was neues Traditionelles probieren, wählten wir aus einer großen Auswahl an Bäckereien, die „Nile´s Bakery“, die uns unsere Freunde empfohlen hatten. Dort sind die Cornish Pasty nicht nur günstiger als bei der Konkurrenz, sondern auch fast doppelt so groß, und das obwohl wir uns nur für die Medium Variante (2,85 £) entschieden.

Unser Pasty verspeisten wir dann am Hafen, wo einem Vater mit seinem Kindern beim Krabbenfang zusahen, die übrigens sehr erfolgreich waren. Und nicht nur die Häuser sind teilweise kunterbunt, auch die knalligen Cover der Segelboote ergaben ein tolles Farbenspiel.

Als wir dann einen Blick ins Wasser warfen, kam mir dann der Ekel vorbeigeschwommen. Eine riesige Qualle schwamm im Hafenbecken, so groß, wie ich sie noch nirgends gesehen habe. Das zweite zeigt zum Veranschaulichen den Größenvergleich von der Qualle mit dem Mann auf einem Segelboot.

Auf dem Rückweg entdeckten wir dann noch den kleinen Laden „Rolys Fudge Pantry“. Hier wird der wunderbar schmeckenden Karamell-Konfekt direkt im Laden hergestellt. Aus 10 verschiedenen Geschmackrichtungen kann man auswählen, probieren und natürlich auch kaufen. Entweder bereits abgepackt oder je nach Wunsch selbst zusammengestellt.

Bei zweiter Variante wird nach Gramm berechnet, wofür wir uns entschieden. Am besten hat uns „Cornish Sea Salt“ (Karamell mit Meersalz) und „Lemon Meringue“ (Karamell mit Zitrone und Baiser-Stückchen) geschmeckt. Aber auch “Rum und Rosinen“ war interessant. Nachdem wir unseren Zuckerspiegel nun auf den Höchststand gebracht hatten, fuhren wir nach Polkerris.

Polkerris

1 Cornwall - (207) - Polkerris

Dieser winzige Ort in der St. Austell Bucht hat auch einen kleinen Strand. Nicht wunderschön, aber super für Familien geeignet. Denn am Ufer kommen bei Ebbe zahlreiche Felsen zum Vorschein und die Kinder dann super mit Krabben und Fische suchen und fangen beschäftigt. Nachdem wir ein wenig Frisbee gespielt und einen kleinen Spaziergang am Strand entlang gemacht hatten, sind wir in das Pub „Rasheill Inn“ (www.therashleighinnpolkerris.co.uk) direkt am Strand. 1 Cornwall - (213)Dort bestellten wir 2 unterschiedliche Cider-Arten und eine Portion Pommes. Die riesige Portion Pommes war mit 3 £ auch relativ günstig. Denn die Chips waren innen weich und außen knusprig, und die Kartoffelschale war auch noch dran. Ich würde sagen das alles frisch gekocht wird. Neben uns aß eine Familie Nachos mit geschmolzenen Käse, die ebenso super lecker aussahen. Empfehlenswert waren auch die Cider. Wir tranken ein etwas süßeres, fruchtigeres und ein typisch herbes Cider. Beide waren „scrumpy“. Das bedeutet, dass beide trüb und ohne Sprudel waren. Wie gesagt, sehr lecker und sehr zu empfehlen. Weil uns Ed unbedingt einen Fisch fürs Abendbrot fangen wollte, fuhren wir anschließend weiter Mevagissey.

1 Cornwall - (232) - Mevagissey

Mevagissey

Das Fischerdorf ist nur 10 km von St. Austell entfernt und bekannt für guten Fischfang. Das Auto parkten wir am Ortsrand auf einen offiziellen Parkplatz und liefen dann zum Hafen. Einige Fischerboote kamen auch gerade zurück und wir beobachteten die Fischer eine Weile beim Verladen. HIer lohnt sich auch der Fischkauf. Denn direkt am Hafen, direkt vom Fischer ist die Ware am Frischsten und Günstigsten. Aber Ed wollte selbst sein Glück versuchen, sodass wir nichts kauften, sondern bis vor zur Hafenmauer liefen, wo auch bereits andere Ihr Glück testeten.

Nach einer Stunde warten und laut knurrenden Magen gab er dann auf. Diesmal kein Glück gehabt. Also mussten wir doch auf den Fish & Chips Shop zurückgreifen. Hier in Mevagissey gab es da mehrere Möglichkeiten. Am Hafen befanden sich einerseits verschiedene Restaurants, ein Fischverkaufs-Anhänger und ein Fish & Chips Shop. Der Fisch vom Anhänger war lecker, die Chips (so nennen die Briten die Pommes) schmeckten aus dem „Fishermans Chippy“ Shop besser. Auch der Fisch war super und wurde vor unseren Augen frisch paniert. Für zwei 2 große Cod (Kabeljau) und einmal große Pommes bezahlten wir 10,50 £. Das war am Ende so viel, dass wir den Rest am nächsten Tag zum Mittag aßen.

1 Cornwall - (254) - Mevagissey

Auf dem Rückweg hielten wir noch einmal an, um die atemberaubende Aussicht entlang der Küste zu genießen. Ein was Gutes hat der ganze Regen in Großbritannien ja schon. Die Farben der Natur strahlen um die Wette. Die Wiesen sind im wahrsten Sinne des Wortes grasgrün und das Meer türkisblau.

1 Cornwall - (249) - Mevagissey 1 Cornwall - (248) - Mevagissey

Montag 20.7.

1 Cornwall - (245a) - Pentewan (2)

Von St Austell nach Pentewan mit dem Rad

Für diesen Tag hatten wir eine Radtour geplant, und trotz, dass es wie aus Eimern schüttete, konnte uns der Regen nicht aufhalten diese auch durchzuführen. Gut das wir unsere persönlichen Tour Guides hatten, die sich in der Gegend auskannten. Der Fahrradweg sollte bis auf das erste Stück in St. Austell (die beiden wohnen direkt auf dem Hügel) flach sein. Doof nur, wenn man den Abzweig verpasst und sich keiner von uns wunderte warum der eigentlich asphaltierte Fahrradweg plötzlich nicht mehr existiert, und sich die flache Strecke in eine Bergetappe verwandelte. Oben auf dem Hügel angekommen stellten wir dann fest, dass es auch noch eine Sackgasse war. Nach einem großen Lachanfall über uns selbst und einer kurzen Trinkpause ging es also wieder im strömenden Regen zurück, bis wir den Abzweig gefunden hatten. Dann fuhren wir wie eigentlich geplant, auf dem asphaltierten und flachen Radweg weiter nach Pentewan. Diesen Moment verzeichneten wir liebevoll unter Sommerregen Workout.

1 Cornwall - (245a) - Pentewan (14)

In Pentewan angekommen gab auch endlich der Regen etwas nach, so dass wir unser Picknick doch noch am Strand hatten. Der Sand war diesmal leuchtend gelb und umgeben von den typischen Steilklippen in Cornwall. Direkt am Strand befindet sich ein riesiger Campingplatz, dessen Gäste eine super Aussicht von dort auf das Meer und den endlos langen Sandstrand haben. Auch eine Surfschule und –Verleih gibt es direkt am Strand. Die Wellen und der Boden sind auch hier wieder super für Surf-Anfänger geeignet.

1 Cornwall - (245a) - Pentewan (8)

1 Cornwall - (245a) - Pentewan (11)

Der kleine Ort selbst hatte früher einen Hafen, wo wie auch in anderen Küstenorten in Cornwall wie Fowey und Charlestown Ton abgebaut und über den Seeweg verschifft wurde. Heute ist Pentewan vom Wasser komplett abgeschnitten. Nur ein kleines Wasserbecken und die Überreste der Hafenmauer zum Strand hin erinnern noch an den ehemaligen Hafen. Neben dem Ton stammten auch viele Steine mit denen die Häuser und Kirchen in der St. Austell Bay gebaut wurden aus dem Steinbruch in Pentewan.

1 Cornwall - (245a) - Pentewan (20)

Nach unserem kleinen Strandausflug stärkten wir uns für den Rückweg noch mit einem Bier im „The Ship Inn“ (www.theshipinnpentewan.co.uk), dass der St. Austell Brauerei gehört, und demnach auch das eigene Bier dort vertreibt. Die Kneipe ist auch Kindern besonders freundlich. So gibt es immer eine kleine Schokolade für Kinder und sonntags für die kleinen sogar ein Eis kostenlos (wenn man dort isst).

Der Rückweg war, bis auf eine erneute Bergetappe zurück zum Haus, entspannt. Bei dieser Etappe hieß es aber noch einmal kämpfen. So hatten wir uns aber wenigstens einen guten Hunger für das Abendbrot gestrampelt.

Dienstag 21.7.

1 Cornwall - (284)

Von Wadestone nach Padstow mit dem Rad

An unserem letzten Tag in Cornwall mussten unsere Freunde wieder arbeiten. Ihrer Empfehlung nachgehend, fuhren wir mit dem Auto nach Wadebridge im Nordwesten von Cornwall, und von dort aus sind wir aufs Fahrrad umgestiegen, womit es weiter nach Padstow ging. Eine wunderschöne Radstrecke die entlang des Flusses Camel führt. Von Wadestone bis Padstow sind es rund 8 km und 12 km bis zur Meermündung. Bei unserer Radtour war gerade Ebbe, so dass alle auf dem eigentlichen Fluss befindenden Boote und Schiffe auf Sand lagen.

Am späten Nachmittag waren dann die ersten Boote wieder mit Wasser umspült und auch die Fische suchten ihren Weg ins Landesinnere. Der gleichnamige Radweg scheint im Allgemeinen ein sehr beliebtes Ausflugsziel zu sein, denn überall konnte man Fahrräder ausleihen und die Strecke war zudem sehr belebt.

Der Ort Padstow ist besonders bei den Briten ein touristischer Anziehungspunkt. Aber nicht nur wegen dem atemberaubenden Strand und der tollen Aussicht, sondern weil dort der durch verschiedene Koch-TV-Shows bekannt gewordene Rick Stein seit den 70er Jahren wohnt. Dieser eröffnete natürlich unter seinem Namen und mithilfe seines Bekanntheitsgrades mittlerweile einige Geschäfte, Restaurants und Hotels in Padstow. Das ganze Fischdorf scheint zum Mittelpunkt des Kochs geworden zu sein, der sich besonders auf Meerestiergerichte spezialisiert hat.

Trotz, dass alles frisch ist und einige Küchenutensilien sehr schön aussehen, sind die Preise einfach überteuert. Aber die zahlreichen Touristen waren trotzdem kaufwütig und bereit das nötige Kleingeld hinzulegen. Für uns war das zu viel des guten Rick Steins, wir brauchten erst einmal ein Blitzbier.

Um dem Trubel in Padstow zu entkommen, spazierten wir anschließend weiter am Fluss entlang in Richtung Meermündung. Obwohl die Gegend bekannt für sein kühles und feuchtes maritimes Klima ist, merkten wir davon an diesem Tag nichts. Die Sonne strahlte aus allen Mundwinkeln und erwärmte uns herrlich.

Wir liefen einen kleinen Weg runter zum Strand. Dort steckten wir unsere Füße in den weichen, warmen Sand, machten ein Picknick und genossen den herrlichen Tag. Am späten Nachmittag fuhren wir wieder nach Wadebridge, wo wir an einem Sportplatz vorbeikamen, auf dem gerade ein paar ältere Damen Bowl spielten. Eine Kugelsportart die in Deutschland unter Boccia (ital.) oder Boules (franz.) bekannt ist, und bei der die Spieler versuchen müssen mit ihrer Kugel so nah wie möglich an eine kleine zuerst geworfene Kugel zu kommen. Nachdem wir das Geschehen ein wenig beobachtet hatten, fuhren wir schließlich zum Auto, schnallten die Räder aufs Auto und fuhren zurück nach St. Austell. Dort überraschten uns unsere Freunde noch einmal mit einem tollen Abendessen.

Mittwoch 22.7.

1 Cornwall - (350)

Plymouth nach Roscoff

Nach dem Frühstück hieß es Abschiednehmen, denn heute ging es nach Plymouth in der Grafschaft Devon. Die Stadt besitzt nicht nur den größten Marinehafen in Westeuropa, sondern ist auch Standort der königlich-britischen Marinewerft und Fährhafen mit Zielstrecken nach Frankreich und Spanien. Unser Ziel an diesem Abend hieß Roscoff in der Bretagne. Weil wir bis zum an bordgehen noch Zeit hatten erkundeten wir ein wenig den Küstenabschnitt rund um den Royal William Yard Hafen.

Das ganze Viertel ist zu umgebaut und vernobelt. Hier findet man teure Apartments, luxuriöse Yachten und teure Restaurants. Wir sind einmal um die Halbinsel spaziert und hatten von dort einen tollen Ausblick auf die Firestone Bucht und Drake´s Island, die nach dem Seefahrer und späteren Gouverneur der Insel, Sir Francis Drake benannt wurde.

Um 15 Uhr hieß es dann „boarding time“, tschüss sagen zu den britischen Inseln und auf ins Abenteuer Bretagne in Frankreich.

Und wenn ihr Wissen wollt, was wir dort erlebt und für euch entdeckt haben, dann seid gespannt auf meinen nächsten Reisebericht..:-)

Zum Schluss sind hier nochmal ein paar Tipps und Tricks vom Trip für euch zusammengefasst:

Wer in den britischen Sommerferien plant nach Cornwall zu reisen, sollte erstens sehr früh buchen und sich im Klaren sein, dass dies wohl der beliebteste Ferienort für die Briten innerhalb ihres eigenen Landes ist. Einige Touristenorte haben aber trotzdem einen tollen Vibe und sind sehenswert, andere sind ruhiger und ein wahrer „hidden track“. Hier meine Top 5 für Euch:

Top 5 Orte:

  1. Mevagissey
  2. Fowey
  3. Charlestown
  4. Padstow
  5. Perranporth

Traditionelle Gerichte und Getränke

Wer sagt, dass die Briten nichts Gutes zu Essen zu bieten haben, den kann ich mit den folgenden Köstlichkeiten aus der Grafschaft Cornwall sicherlich vom Gegenteil überzeugen. Für Herzhafte Geschmacksknospen kann ich meine Top drei empfehlen:

  1. Cornish Pasty
  2. Käse (Cornish Yarg; Old Smokey; and Cornish Brie)
  3. Fish & Chips; Fisch, Muscheln, Krabben (einfach alles rund um Fisch und Meeresfrüchte)

Für die die sich eher bei den Naschkatzen einordnen, sollten auf jeden Fall mal meine Top 3 probieren – Zuckersüß und lecker:

  1. Cornish Ice Cream
  2. Cream Tea
  3. Fudge (Karamell-Konfekt)

Cornish Cider

Zum Essen gehört natürlich auch immer ein Getränk. Und wenn Ihr schon über 18 seid, und gerne mal etwas Alkoholisches trinkt, dann werden euch die folgenden Getränketipps aus Cornwall sicherlich gefallen. Neben Bier ist „Cider“ besonders in England ein sehr beliebtes Getränk. Cider ist eng verwandt mit dem deutschem Apfelwein und dem französischen Cidre. Hauptbestandteil Bestandteil ist, wie ihr vielleicht schon wisst oder ahnt, Apfelsaft. Doch die Briten selbst unterscheiden mittlerweile zwischen traditionellen und kommerziellen Cider. Zu Letzterem lassen sich Cider-Marken wie „Strongbow“, „Bulmers“ und „Magners“ einordnen, welche auch bei uns erhältlich sind und eher für den Massenverkauf geeignet sind. Diese Cider sind in ihrem Geschmack einfach sanfter und leichter zu trinken. Im traditionellen Cider werden dagegen mehr saure und stark tanninhaltige Äpfel verwertet, so dass der Cider geschmacklich sehr intensiv ist, und wie ich bereits bei meiner Cornish Testprobe von Fat Pig angedeutet hatte, brennt der erste Schluck in der Kehle. Hier meine Top 4 für Cornish Cider:

  1. Fat Pig
  2. Cornish Scrumpy
  3. Cornish Orchads
  4. Cornish Rattler

Cornish Beer

Neben den Deutschen zählen auch die Briten zu großen Liebhaber des Bieres. Auch wenn das Bier hierzulande eher als schal und wenig spritzig gilt, sind zumindest die obergärigen Ales einen besonderen Platz neben den sonst weltweit üblichen Lagerbieren ein. Denn dieses obergärige, dunkle oder helle und relative starke Hopfenbier hat nur noch Tradition auf der Insel. Dort ist es wegen seines Geschmacks auch als „bitter“ bekannt. Hier gibt es deshalb meine Top 3 aus Cornwall für Euch:

  1. Austell
  2. Skinners
  3. Sharp´s

Viel Spaß beim Reisen wünscht euch Eure Nadja..:-)

Schon gewusst?
Wenn ihr in Cornwall „Cream Tea“ bestellt, erhaltet ihr nicht einfach nur Tee mit Milch, sondern auch noch Scones, clotted cream und Erdbeermarmelade. Denn neben der Grafschaft Devon ist auch Cornwall für seine Molkereispezialitäten wie den Streichrahm (engl. clotted Cream) bekannt.

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2 comments

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