Auf den Spuren der Kelten in der Bretagne

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Die Bretagne liegt am Nordwestzipfel von Frankreich und ist ähnlich bekannt für seine Naturschönheiten wie Cornwall. Für alle Camping-Freunde, Abenteuerlustige, Familienurlauber und Genießer der bretonischen Küche ist die Bretagne das perfekte Reiseziel. Grün strahlt die bretonische Landschaft mit seinen zahlreichen Wiesen auf der sich Kühe und Pferde die Hufe reichen.

Die zahlreichen Maisfelder die zum Maiskolbenessen einladen, und die frische Brise der Küste, welche fast das Rauschen des Meeres übertönt. Atemberaubend sind die endlos langen Sandstrände und unzähligen kleinen und großen Buchten. Neben der wunderschönen Natur haben wir darüber hinaus nette Franzosen kennengelernt, die uns stets behilflich waren. Erstaunlicherweise war sogar ein wenig Schulfranzösisch noch anwendbar. Die Franzosen sprechen nicht viel oder meist gar kein Deutsch oder Englisch, aber das machte unsere Reise gerade so spannend und interessant.

Weil sich diese tolle Region nicht in zwei Sätzen zusammenfassen lässt, und damit ihr nicht auf meine zahlreichen Insider-Tipps verzichten müsst, kommen diesmal zuerst meine Top 5 Orte, auf die ihr direkt klicken könnt. Wenn ihr wie gewohnt scrollt, findet ihr darüber hinaus noch andere tolle Orte die ich besucht habe. Am Ende habe ich euch noch typisch bretonisches Essen und Trinken und Insider-Tipps von mir zusammengestellt.

Top 5 Orte:

  1. Côte de Granit Rose
  2. Fort La Latte und Kap Frehel
  3. Roscoff
  4. Morlaix
  5. Saint Malo

Nachdem wir mit der Fähre von Plymouth (Devon) nach Roscoff (Bretagne) übergesetzt hatten, lag eine spannende Zeit vor uns, die zwar teilweise mit viel Regen und starkem Wind verbunden war, aber uns nicht davon abhielt, die Schönheit des Landes zu genießen und die kulturelle Vielfalt zu entdecken.

Mittwoch 22.7.

Roscoff

Erster Stopp für den Abend und die Nacht hieß dann auch gleich Roscoff. Denn auch wenn wir den riesigen Kahn von Fähre nicht selbst steuern mussten, waren wir nach der dreieinhalbstündigen Überfahrt ziemlich kaputt. Roscoff ist neben dem Fährbetrieb, der etwas außerhalb des Ortes liegt, auch Umschlagplatz für Frühgemüse und Kurort für Rheumakranke. Nachdem wir unser Auto auf der rechten Seite des Hafens geparkt hatten (war neben kostenlos parken auch unser Schlafplatz), liefen wir am Hafen entlang.

Am anderen Ende angekommen spielte vor dem „Café ty Pierre“ eine dreiköpfige junge französische Folk-Band und heizte das Publikum richtig ein. Beim Beobachten der Gäste, fielen uns die langen Stielgläser auf, aus denen alle Bier tranken. Wir gingen also rein und bestellten einmal so ein großes Bierglas und einen Cidre. Als uns das Bierglas dann auf den Tisch gestellt wurde, stellten wir fest, dass die Anderen nur ein kleines Glas hatte und wir dagegen einen Kelch. Das vermeintlich französische Bier „Affligen“, war eigentlich ein Belgisches, dass jedoch in Frankreich überall sehr beliebt ist. Warum das so ist wissen wir jetzt auch – denn der Alkoholgehalt reicht von 6,8 % vol. (außer Ale 5 % vol.) bis zu unfassbaren 9,5 % vol. Kein Wunder das wir danach beide etwas beschwipst waren. Der Cidre war auch sehr lecker, anders als in Cornwall mit Kohlensäure und klar, und süß im Geschmack. Preislich muss man sagen, dass Alkohol in Frankreich seinen Preis hat. Zumindest wenn man in ein Restaurant, eine Bar oder eine Kneipe geht. Für ein großes 50cl Glas Bier bezahlten wir 6,60 €. Der kleine 25cl Cidre kostete 2,50 €.

Bei diesem berauschenden Biergetränk, der stimmungsvollen Musik und einen tollen Sonnenuntergang, hatten wir auch gleich am ersten Abend das Vergnügen die ersten Leute beim Boule zu beobachten. Anders als beim englischen Bowl, welches auf dem Rasen gespielt wird, bringen die Franzosen ihre Boule Kugeln überall mit hin. Ob Strand, Kies oder Erde, das ist egal.

Donnerstag 23.08.

Weil das Wetter hier so schön war, also es nicht regnete, beschlossen wir mit dem Rad am Hafen und ein Stück an der Küste entlang zu radeln. Weil wir noch nichts gefrühstückt hatten, packten wir alles ein, und suchten uns auf dem Weg einen schönen Platz. Das wir in Frankreich angekommen waren, realisierten wir spätestens dann, als uns die Franzosen mit ihren Baguettes unter den Arm geklemmt begegneten. Seltsam war, dass es immer zwei Baguettes waren. Oder es war nur ein riesiges, welches in der Mitte durchgebrochen war? Wir wissen es bis heute nicht? Kaum hatten wir jedoch unsere Schüsseln ausgepackt, und das Obst geschnitten, grüßten uns auch schon die ersten Franzosen freundlich, und wünschten uns ein „bon apetit“. Das wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Immer wieder begegneten wir in Frankreich sehr freundliche und höfliche Franzosen, die sich über unsere kleinen Picknicks erfreuten oder Ihre Hilfe bei der Weg Suche anboten.

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Anschließend erkundeten wir noch den Ort mit seinen wunderbaren Häusern und auffällig vielen, runden kleinen Türmchen. An der der Kirche Notre-Dame de Croaz Batz mit ihrem verspielten Kirchturm, zieren in Granit gehauene Embleme und Schiffe die Außenfasssade.

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Der Rundturm am Hafen erinnert indes an das historische Ereignis, als die 5-Jährige Maria Stuart am 13. August 1548 hier an Bord ging, um den späteren König Franz II. in England zu heiraten. Nach unserer kleinen Radtour packten wir alles zusammen und begannen unseren Küstenroadtrip in der Bretagne.

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St-Pol-de-Léon

Zunächst mussten wir jedoch ein Stück landeinwärts fahren und kamen dabei in die Stadt St-Pol-de-Léon, die nur 5 km von Roscoff entfernt liegt. In der Stadt fällt auf, dass es ziemlich viele Kirchtürme gibt. Schon von der Ferne erblickten wir den Ersten. Den 77 hohen Turm der Chapelle du Kreisker, der zum Vorbild vieler Glockentürme in der Bretagne wurde.

Carantec

Der kleine Ort liegt auf einer Halbinsel in der Bucht von Morlaix und lebt fast ausschließlich vom Tourismus und Verkauf von Meerestieren. Carantec ist bekannt für seine Austernzucht und wer Hummer und Langusten mag, kommt hier auch auf seine Kosten. Trotz, dass das Wetter nicht besonders gut war, lagen viele Familien am Strand und liefen auf der Promenade entlang.

Nach einer kleinen Runde beschlossen wir unsere ersten Muscheln in diesem Trip hier in Carantec zu essen. Nach einem kurzen Preisvergleich der Restaurants, entschieden wir uns für das „le petit relais“, das preislich in der Mitte lag. Dort bestellten wir unsere erste bretonische Köstlichkeit – „Moules et Frites“ (Miesmuscheln und Pommes). Zusätzlich orderten wir noch einmal Pommes und zwei Kaffee. Als die zwei Kaffee kamen, sah man uns wahrscheinlich die Enttäuschung gleich an. Denn statt je einem Kaffee erhielten wir je einen Espresso. Geschmeckt hat er gut, die Erwartungen waren andere. Unser Essen kam dann relativ zügig. Die Portionen waren groß, nur etwas zu wenig Soße für unseren Geschmack. Alles in allem war das Essen okay, wir empfanden es preislich jedoch zu hoch. Später stellten wir fest, dass es an der Küste teilweise im Restaurant teurer ist, als in Städten die etwas Inland liegen. Zum Vergleich: wir haben für eine Portion 12 € bezahlt, in Städten sahen wir das gleiche Gericht für 9 €. Weil es in Carantec nichts weiter zusehen gibt, außer Strand, fuhren wir weiter nach Morlaix.

Morlaix

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In der von den Römern gegründeten Stadt Morlaix prägt das Stadtbild ein riesiges Viadukt. Schon von weiten erblickten wir die 59 m hohe und 284 m lange Eisenbrücke und waren beeindruckt. Die Flüsse Jarlot und Queffleuth vereinen sich indes in der Stadt zum Fluss Morlaix. Neben dem riesigen Viadukt fallen besonders die vielen Segelschiffe auf, die – so scheint es – mit ihren langen Masten versuchen mit der Brückenhöhe mitzuhalten. Aber egal aus welcher Perspektive man schaut, es blinzelt überall hindurch.

Sehenswert und sehr beeindruckend. Als wir durch die Stadt liefen, waren wir von den zahlreichen Fachwerkhäusern und den schiefergedeckten Dächern positiv überrascht. Hier sind besonders die Rue Ange de Guernisac zu empfehlen und die Grand´Rue in der Altstadt. In der Rue de Mur Nr. 33 steht zudem das Haus in der angeblich die Königin Anne de Bretagne während ihres Aufenthaltes in der Stadt gewohnt haben soll. Dieses ist nicht nur leicht durch seine Tafeln zu erkennen, sondern ist auch durch seine dreifach hervorragenden Etagen auffällig.

Wenn der Hunger auf der Besichtigungstour droht, dann sind hier in der Morlaix die Muscheln und Pommes beispielsweise mit 9 € sehr günstig und empfehlenswert. Nachdem wir alle Sehenswürdigkeit bestaunt hatten, fuhren wir weiter um unseren Schlafplatz für die folgende Nacht zu finden. Wir stoppten dann schließlich in Locquirec.

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Locquirec

Unser Schlafplatz sollte diesmal ein Parkplatz werden. Jedoch nicht einfach nur ein Parkplatz, sondern mit Blick auf die wundervolle kleine Bucht in Le Moulin de la Rive. Zwar stand ein Schild, dass Wohnmobile nicht gestattet sind, zu übernachten, da wir keine Toilette und kein Einbauküche hatten, haben wir uns nicht angesprochen gefühlt. Das schöne war – kein Mensch weit und breit, ein flacher Untergrund und ein tolles Abendbrot made by us. Und weil das eigentliche Essen eine Weile dauerte, gab es zwischendurch noch fix ein Sandwich. Spirelli mit Chorizo-Tomaten-Soße und lecker Bier aus Frankreich, ein toller Ausblick und der Abend war perfekt.

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Wenn ihr euch jetzt fragt, wo das genau ist, hier meine kleine Wegbeschreibung: Auf der D64A Richtung Locquirec vor dem Berg auf der linken Seite. Dort seht ihr dann auch schon den Parkplatz und die schöne Bucht mit tollem Ausblick.

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Wenn ihr eher auf Camping steht, dann einfach Richtung Plage (Strand) fahren. Der Campingplatz liegt direkt am Wasser in der eine Bucht.

Kostenlose Toiletten sind auf dem Bergebenfalls auf der linken Seite..:-)

Freitag 24. 8.

Nach der „sehr ruhigen Nacht“ mit lautem Regen, wurden wir von einer Gruppe Jugendlicher geweckt, die sich gerade fertig für ihre erste Stand-Up-Paddle-Tour machten. Wir beobachteten das Spektakel eine Weile, aßen dabei Frühstück und packten anschließend unsere Sachen, um weiterzufahren. Auf dem Weg entdeckten wir die o.g. Toilette um gleich noch unseren Abwasch zu machen – Die Leute schauten etwas verdutzt – dann starteten wir endlich richtig in den Tag.

Lannion

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Ähnlich wir in Morlaix gibt es auch in Lannion eine schöne Altstadt, in der es wohl die 3 meistfotografierten Fachwerkhäuser in der Stadt gibt, die mit ihren schiefen Formen und Schrägen ihr eigentlich Alter verraten. Weil die Stadt am Mündungstrichter des Flusses Léguer und dem Ärmelkanal liegt, ist es ein besonderes Schauspiel, die Gezeiten mitten in der Stadt mit zu erleben.

Leider waren wir ein Tag zu spät, um den größten Markt in der Côtes d’Armor zu besuchen. Dieser wird immer donnerstags abgehalten und hat einen volksfestlichen Charakter.

Einen tollen Ausblick über die Stadt hatten wir aber von der Kirche Brélévenez (12. Jahrhundert), die auf einem Hügel liegt. Auf dem Weg zurück zum Auto wurden wir von einem heftigen Regenschauer überrascht. Glücklicherweise fanden wir Unterschlupf in einer alten Garage, denn der Regen verwandelte die recht steilen Straßen innerhalb Sekunden in kleine Bäche. Genug vom Wasser von oben, versuchten wir unser Glück weiter der Küste entlang und fuhren nach Trébeurden.

 Die Côte de Granit Rose

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Dieser Küstenabschnitt trägt den Namen wegen seiner überwältigenden rosafarbenen Granitfelsen, die das Küstenbild hier prägt. Diese Felsbrocken, welche aus Feldspat, Quarz und Glimmer bestehen, entstanden veranfacht beschrieben, durch den Meeresspiegelanstieg. Durch die Bodenzirkulation entstanden Klüfte, die dann schließlich mit der Witterung die Felsformationen bildeten.

 

Trébeurden

Der Ort selbst liegt in der Bucht von Lannion, besitzt einen tollen Yachthafen und lockt mit zahlreichen Wassersportarten. An beiden Stränden werden begeisterte Muschelsammler wie ich fündig. Statt im Wasser haben wir uns an Land umgeschaut, und sind die kleine Halbinsel einmal herumgelaufen. Auf der ca. 25-minütigen Runde hatten wir einen tollen Ausblick auf die Bade- und Wassersportbucht und auf dem letzten Stück auf den Yachthafen. Ein Großteil der kleinen Halbinsel ist hier schon von den riesigen rosa Kranitfelsen geprägt. Manche besitzen seltsame Formationen und sehen mit etwas Fantasie wie Gesichter oder Tiere aus.

Nach dem kleinen Spaziergang fuhren wir zum westlichen Zipfel auf der Ilé Grande an den kleinen Hafen Port St. Sauveur. Wie es der Zufall will war gerade mal wieder Ebbe und die Verbindung zwischen der Ile Aganton und der Ile Grande schien bis auf ein paar Meter fast hergestellt. Die Fischer scheinen hier einen guten Fund an Jakobsmuscheln zu haben, denn überall lagen die Muschelschalen im Hafenbecken.

Da musste ich natürlich gleich hin und mir die schönsten heraussuchen. Andere Leute nutzten die Ebbe dagegen Krebse fangen und gefüllte Muscheln zu sammeln. Weil es mittlerweile später Nachmittag war, fuhren wir weiter nach Perros-Guirec.

Perros-Guirec

Dieser Küstenort ist umgeben von zahlreichen Buchten und einem Hafen. Wir hielten an einem Supermarkt, wo die Miesmuscheln so günstig waren, dass wir zuschlagen mussten und uns gleich 1,5 kg einpackten. Diese bereiteten wir in einer der kleinen Buchten zu und dazu gab es natürlich passend frisches Bagutte. Wohl gesättigt ließen wir den Abend bei einem Glas Weißwein ausklingen.

Samstag 25.07.

Tréguier

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Tréguier, das am Fluss Le Jaudy liegt, welcher im Meer mündet. Auf dem Place de Martray steht die Kathedrale St.Tugdual. Wie fast alle Ort in der Bretagne hat auch Tréguier eine wunderschöne Altstadt mit zig Fachwerkhäusern, kleinen Gassen und traditionellen Geschäften, die wie immer zur Mittagszeit für 3 Stunden geschlossen sind.

Das ist dann natürlich immer dann, wenn wir gerade in der Stadt sind. Gut für uns, Geldgespart. Stattdessen liefen wir zum dem kleinen Hafen am Fluss, wo ein Antik- und Trödelmarkt aufgebaut war. Leider überteuert und sehr Antik setzten wir uns nach einem kleinen Rundgang auf die Hafenmauer und picknickten in der Sonne. Die Angel wurde dann kurzerhand auch noch rausgeholt, auch wenn der Versuch ein Fisch zu fangen, am Ende erfolglos blieb. Unser eigentliches Ziel für den heutigen Tag hieß jedoch Sillon du Talbert.

Sillon du Talbert

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Eine etwa 3 km lange Steinsandbank, die durch die entgegenfließenden Strömungen des Flusses Trieux und Jaudy gebildet wurde. Die 35 Meter breite Landzunge besteht größtenteils aus Steinen und Kieseln, und grenzt an die Halbinsel des Pays du Trégor an. Sillon du Talbert ist nicht nur ein empfehlenswerter Ausflug, sondern auch Lebensraum für zahlreiche Vogelarten (Brachvögel, Kormorane, Steinwälzer usw.).

Wir sind die Strecke einmal komplett hin- und zurückgelaufen und haben rund 3 Stunden dafür gebraucht. Am besten plant man den halben Tag dafür ein, und läuft bei halber Ebbe los. Denn es ist ein toller Spaziergang am steinigen Strand entlang, wo man ein paar tolle Prachtexemplare finden kann.

Ich habe erstaunlich viele Frau&Fräulein Kreativ Herzen gesehen – ob das ein Zeichen war? Auch das Farbspiel von Küste, Meer und Pflanzen wie Blaudisteln, Seekohl und Seerittich sind fabelhaft.

Am Zipfel versuchten sich dagegen einige menschliche Wesen im Kultstätten bauen, und stapelten unterschiedliche Steine einzeln übereinander – so auch wir. 🙂

Nachdem wir unser Auto wieder erreicht hatten, lautete unser letztes Ziel für diesen Tag Paimpol.

Paimpol

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Weil wir direkt am Meer waren, wollten wir die Fischpreise im Supermarkt vergleichen. Lachssteck war am günstigsten mit 7,60 € das Kilo. Wir wollten jedoch erstmal ein Stück, um zu sehen wie viel das dann kostet. Als ein riesiges Stück nicht einmal 2 Euro kostet sollte, nahmen wir natürlich 2. Später stellt sich heraus, dass das sehr günstig war, denn in anderen Städten und Supermärkten fingen die Kilopreise für Lachs (Steak oder Filet) bei 13 € an und gingen bis 26 € hoch. Den Fisch genossen wir natürlich mit ein paar leckeren französischen Erdäpfeln und einem wunderbaren Glas bretonischen Cidre ein Stück rechts vom Hafen Le Quinic. Dort hatten wir einen tolle Sicht auf die Bucht und den vielen kleinen Felseninseln, die bei Ebbe zum Vorschein kamen.

Weil wir uns ein wenig Live-Musik erhofften, sind wir mit den Rädern zum Hafen gefahren, der bereits relativ ruhig war. Wir hatten jedoch Glück, und fanden eine Liveband in der Bar Quai Quest. Bier und Cidre waren wie immer nicht günstig (9 € für beide Getränke), aber wir gönnten uns das diesen Abend. Der Cidre schmeckte aber sehr lecker. Vom Bier probierten wir zwei verschiedene Sorten von Grimbergen (wieder einmal belgisches Bier). Von den beiden schmeckte das blonde herber als das blanche. Er war im Geschmack süß und sprudelig. Im Dunkeln ging es dann später mit den Fahrrädern wieder zurück.

25.07.

Am nächsten Morgen wurden wir von einem Streit zwischen 2 Franzosen geweckt. Der eine, Hausbesitzer Gegenüber, der andere, ein Wohnmobilfahrer, der hinter uns am Straßenrand parkte. Der Streit endete schließlich, darin, dass die Polizei kam, und das Wohnmobil wegfahren musste. Wir dachten noch, gut dass wir keinen Streit mit der Polizei hatten. Naja, zu früh gefreut. Denn bei der Abfahrt bemerkten wir einen kleinen grünen Zettel an der Windschutzscheibe. Nachdem wir den ca. 10 Zeilen Text in den Übersetzer gehauen hatten, bestätigte sich unsere Befürchtung – wir bekamen einen Strafzettel. Unsere Laune wollten wir uns dennoch nicht verderben lassen und redeten uns einfach ein, dass sie diesen schon nicht nachhause schicken werden. Weil die Bretagne bekannt für ihre zahlreichen und wunderschönen Sandstrände und Küstenabschnitte ist, fuhren wir weiter an der Küste entlang Richtung Binic.

Binic

Binic hat einen wunderschönen Hafen, der durch eine lange Hafenmauer mit einem Leuchtturm am Ende umgrenzt wird. Auch hier gibt es wieder mehrere Strände und Buchten. Leider war das Wetter sehr abwechslungsreich, so dass wir im Fünfminutentakt unsere Regenjacken an und aus zogen und unsere Haare durch die Windböen zerzaust wurden.

Nach einem Spaziergang am Hafen, und einer Angelstunde von der Hafenmauer, konnten wir uns dann doch noch etwas sonnen, auch wenn der Wind noch ziemlich frisch war. Anschließend liefen wir noch durch den belebten Hafen, wo sich Bars, Geschäfte und Restaurants aneinanderreihen. In der Nähe vom Strand war ein kleines Schmuckgeschäft, wo es schönen keltischen Silberschmuck gab.

Sables d’Or les Pins

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Sables d’Or les Pins ist ein französischer Küstenferienort, welcher 1921 errichtet wurde. Bis auf ein paar Restaurants und zig Ferienwohnungen, gab es nichts weiter in dem Ort.

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Bildprägend ist jedoch der wunderschöne, lange Sandstrand in der Bucht und den Dünen, der zu romantischen Spaziergängen einlädt. Auch Strand- und Wassersportarten gab es zig in Sables d’Or les Pins. Aber trotz, dass Hochsaison war, begegneten wir kaum Touristen. Die meisten Besucher hatte wohl das riesige Casino, welches direkt am Strand stand. Ansonsten war der Ort sehr ruhig. Nach unserem selbstgekochten Abendessen hatten wir an diesem Tag noch Appetit auf etwas Süßes. Eine typisch bretonische Spezialität war da genau das Richtige – Crêpes mit Schokoladesoße.

Montag 27.07.

Am nächsten Morgen entdeckten wir am Strand in einem Toilettenhäuschen duschen, wo es sogar lauwarmes Wasser gab. Unser Frühstück hatten wir am Strand, einfach weil wir konnten und es so schön dort war.

Dann fuhren wir zu einem unserer heutigen Ausflugsziele – nach Kap Frehel.

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Kap Frehel

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Der Weg zum Kap führt entlang der 70 m hohen Steilküste der Côte d´Émeraude, und einer tollen grünen Landschaft in der sich Stechginster und Heidekraut an die Klippen klammern. Die Küste, welche nicht umsonst den Nameb Smaragd (franz. Émeraude) trägt, ist bekannt für ihr smaragdgrünes Wasser, und gilt als eine der Schönsten in ganz Frankreich.

Parkmöglichkeiten gibt es entweder am Kap direkt, jedoch kostet das je nach Fahrzeug 2 € bis 6 €, oder auf der Strecke in den Parkeinbuchtungen. Wir nutzten die zweite Variante und stiegen dann auf die Räder um. Aber auch zu Fuß lohnt sicher der Weg. Deine entlang der Steilklippen führen kleine Wegpfade zum Kap. Wer auf den Turm steigen möchte, bezahlt noch mal 2 € Eintritt.

Wir sin einmal bis vor zum nördlichsten Punkt gelaufen und auf der anderen Seite wieder zurück. Von dort aus hatten wir einen tollen Blick auf die mittelalterliche Festung Fort La Latte und den steilen Felsen, die aus dem Wasser nicht weit von uns ragten. Dort konnten wir vor allem Kormorane und Möwen sehen, aber die Steilklippen sollen auch Nistplatz für andere Vogelarten sein, weshalb der Küstenstrich des Kaps auch zum Vogelschutzgebiet erklärt wurde.

Nach 2 Stunden Aufenthalt am Kap, mit einer schönen Radtour, einem Picknick und einem Rundgang entlang der Steilküsten fuhren wir weiter zur Fort La Latte.

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Fort La Latte

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Weil der kleine Snack am Kap nicht reichte, aßen wir noch Wraps, mit den Restern die wir in der Kühlbox hatten.

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Gut gestärkt liefen wir dann Richtung Festung. Jedoch nicht den normalen Weg, sondern einen kleinen Pfad, der glaube ich eher für Pferde war, aber mit schöner grüner Aussicht auf die Festung. Eintritt kostete 5,50 €, die Parkplätze sind jedoch kostenlos. Die Festung liegt auf einer schmalen Landzunge, und ist nur über eine Zugbrücke erreichbar. Erbaut wurde sie im 13. Jahrhundert und sogar von Karl V. zeitweise vereinnahmt.

Von Fort la Latte nach St. Malo

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Hier reihen sich zahlreiche kleine und größere Badeorte aneinander und ziehen im Sommer viele Familien und Wassersportbegeisterte an: Saint-Cast-le-Guildo, St-Jacut-de-la-Mer, St-Briac-sur-Mer, St. Lunaire und Dinard.

Vorletzt genannter Ort, sollte unser Schlafplatz (Parkplatz) für die folgende Nacht werden. Jedoch fuhren wir vorher noch nach Dinard.

Dinard

Das Stadtbild Dinards ist geprägt von zahlreichen Villen, die im 19. Jahrhundert von wohlhabenden Engländern errichtet wurden. Vom Hafen aus hat man einen tollen Blick auf die gegenüberliegende Stadt St. Malo. In dem kleinen touristischen Städtchen haben wir zunächst Abendbrot am Strand gekocht und gegessen. Anschließend sind wir durch den belebten Ort geschlendert. Hier reihten sich die Bars und Restaurants mit den Hotels aneinander. Viele Familien und junge Leute waren hier anzutreffen. Musiker spielten an der Strandpromenade, die Kinder spielten auf dem Spielplatz und die Leute genossen den Sommer mit einem Glas Wein.

Saint Lunaire

Der kleine Badeort glänzt mit seiner wunderschönen Bucht in der zig kleine Segelboote ankern. Tagsüber üben schon Kinder ihre Fähigkeiten, während die Eltern vom Strand aus zuschauen. Einen schönen Ausblick hat man auch vom Pointe du Decolle. Nach dem Frühstück fuhren wir nach St. Malo.

St. Malo

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Die Altstadt von St. Malo liegt heute auf einer Halbinsel, und entstand im 9. Jahrhundert. Als die Normannen Aleth (dem heutigen Stadtteil St-Servan) überfielen, zogen sich deren Bewohner auf die damalige Granitinsel zurück. Zur Verteidigung und zum Schutz wurden während der folgenden Jahrhunderte mächtige Befestigungsmauern errichtet. Weil die Stadt vom Meer aus nie erobert wurde, und die Stadt an Land auch nur während der Ebbe erreichbar war, konnte sich St. Malo in Ruhe entwickeln. Erst mit der Landung der Aliierten wurde St. Malo zu 80 Prozent zerstört. Heute strahlt die alte Korsarenstadt, dank Wiederaufbaus, erneut im klassizistischen Stil des 18. Jahrhunderts. Die Altstadt wird von drei Seiten von Wasser umgeben, vom Meerh, von der Rance-Mündung und von vier Hafenbecken, die in einem großen Flutbecken liegen, welche durch eine Schleuse geschützt sind.

St. Malo ist nicht nur historisch interessant, die Stadt hat auch den bedeutendsten Hafen an der bretonischen Nordküste, und das bis 2011 größte Gezeitenkraftwerk der Welt. In der Bucht von St. Malo herrschen bis zu 12 Meter Unterschied zwischen Höchst- und Niedrigstand der Gezeiten. Diese Differenz ist einmalig in ganz Europa. Die drei Inseln Grande Bé, Petit Bé und das Fort National, welche vor St. Malo liegen, sind aufgrund der großen Gezeitenunterschiede bei Ebbe zu Fuß erreichbar.

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Als wir St. Malo erreicht, hat es jedoch aus Eimern gegossen, so dass wir kurz überlegten, ob wir das Auto überhaupt verlassen wollten. Das Wetter an diesem Tag einfach nicht mitgespielt und die Stadt für uns in ein düsteres Licht getaucht. Nicht dass es nur unerbittlich regnete, nein, es war an diesem Tag auch noch kalt und stürmte. Dennoch entschlossen wir uns schließlich am Plage Du Sillon entlang zur Altstadt von St. Malo zu laufen. Weil wieder einmal Ebbe war, hätten wir mit Leichtigkeit zum Fort National laufen könne.

Bretagne (447)385Der Regen und Sturm macht uns jedoch einen Strich durch unsere Motivationsrechnung. Auch den Ausblick von der Stadtmauer wollten wir bei dem Wetter eher nur kurz als lang genießen.

Weil die Straßen in St. Malo ein kleines Gefälle haben, bildeten sich überall kleine Bäche der Straße entlang. Wir suchten derweil in einem Durchgang Unterschlupf und legten erst einmal eine Picknick-Pause ein.

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Nach dem der heftige Regen etwas nachgelassen hatte, nutzten wir die Chance, um wieder Richtung Auto zu laufen. Auf dem Weg zurück durch die Altstadt entdeckten wir dann einen Töpferladen Au Gré du Vent, der wunderschönes Keramikgeschirr und Vasen verkaufte. Ich konnte nicht anders und kaufte mir eine schöne Tasse – um zumindest die Stadt irgendwie doch gut in Erinnerung zu behalten.

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Genug vom schlechten Wetter in der Bretagne, entschlossen wir uns noch am gleichen Tag in die Normandie zu fahren, in der Hoffnung, dass uns dort die Sonne erwartet. Ob unsere Wünsche wahr wurden, und was wir in der Normandie alles erlebten, dass erfahrt ihr in meinem nächsten Reisebericht. Bleibt gespannt..:-)

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Essen und Trinken

Wer glaubt, dass Crêpes ein französisches Gericht ist, liegt leider falsch. Denn der hauchdünne Weizenmehlteig ist eine Spezialität der Bretagne. Ebenso ist die Region bekannt für Ihre frisch zubereiteten Meerestiergerichte. Hier meine Top 5 für euch.

Top 5 der Spezialtäten

  1. Herzhafte Crêpes
  2. Süße Crêpes
  3. Moules et Frites (Miesmuscheln mit Pommes)
  4. Jakobsmuscheln
  5. Austern

Nationalgetränk der Bretagne

  • Cidre

Obwohl Frankreich bekannt für seinen guten Wein ist, trinken die Einheimischen in der Bretagne lieber ihr Nationalgetränk – Cidre. Gut gekühlt schmeckt der bretonische Apfelwein am besten.

Traditionell wird er zudem aus kleinen Keramik-Tassen oder Schalen getrunken. Im Vergleich zum britischen Cider, kennzeichnet sich der bretonisch Cidre durch seinen spritzigen Geschmack, der nur zwischen 2 % vol. und 4,5 % vol. Alkohol enthält.

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Sonstige Tipps

Weil Essen gehen in Frankreich und so auch in der Bretagne auf Dauer sehr teuer ist, haben wir oftmals in Supermärkten eingekauft. Hier ist das tolle, dass die meisten Produkte dennoch frisch sind, und aus der unmittelbaren Umgebung stammen. Hier herrscht definitiv ein Bewusstsein für regionale Produkte. Weil Fisch und andere Meerestiere gerne auf dem Teller landen, gibt es in jedem Supermarkt auch eine riesige Fischtheke. Hier meine Top 3 der Supermärkte.

Supermärkte Top 3

  1. Super U
    1. Baguette (sehr lecker und günstig mit 35 Cent)
    2. Muscheln (2,50 €/kg)
  2. Carréfour
    1. Riesig, große Auswahl an Produkten
    2. Teilweise sonntags geöffnet
  3. É-leclerc
    1. Lachs (günstig mit 7€/kg)

 Siesta

Auch die Franzosen halten eine Siesta wie die Italiener und die Spanier ab. Während dieser Zeit (Mittagszeit) sind alle Geschäfte geschlossen. Auch Baumärkte und Touristeninformationen. Je nach Stadt und Geschäft findet diese zwischen 12 Uhr und 14 Uhr, teilweise auch bis 15 Uhr, statt.

Radio

Wenn ihr die französische Kultur wirklich verinnerlichen wollt, dann kann ich euch nur Radio Bonheur empfehlen. Diese spielen fast ausschließlich französische, Chanson-, Folk- und Pop-Musik.

Das war der Reisebericht von Nadja..Viel Spaß beim Nachreisen wünschen Nadja und Teresa..:-)

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Schon gewusst?
Der ursprüngliche Name der Bretagne war Armorika (Land am Meer), benannt nach keltischen Stämmen, die sich hier zu Beginn der Eisenzeit niederließen. Mit der Romanisierung stand auch Armorika lange Zeit unter römischer Herrschaft. Während dessen entwickelte sich auch ein enger Kontakt zu den britischen Inseln. Nach dem Niedergang des Weströmischen Reiches wurden viele keltische Briten vertrieben, die sich schließlich in Armorika ansiedelten. Die brachten nicht nur ihre keltische Sprache und Traditionen mit, sondern nannten ihre neue Heimat Klein-Britannien, woraus sich der Bretagne entwickelte. Falls Ihr Euch also schon immer gewundert habt, ob die Bretagne in Frankreich und Großbritannien einen Bezug zu einander haben, dann war das berechtigt?! Im Französischen fällt die Verbindung mehr auf, wo man die Bretagne la Bretagne und Großbritannien la Grande-Bretagne nennt.

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2 comments

  1. Kirsten says:

    Ach toll, da werden Erinnerungen wach… 🙂 Ich war insgesamt dreimal in der Bretagne, davon zweimal mit Saint-Malo als Ausgangspunkt (schade, dass ihr dort so schlechtes Wetter hattet… die Stadt ist traumhaft!) und einmal an der südlichen Küste, wo wir unsere Unterkunft in der Nähe von Vannes hatten. Es hat mir immer soooooo gut gefallen…!

    Liebe Grüße,
    Kirsten

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