Portugal von Porto nach Lissabon (Teil 1)

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Diesmal hat es mich in den westlichsten Teil des Kontinentaleuropas gezogen – Portugal. Mit seinen 10,3 Millionen Einwohnern, auf einer Fläche von etwa 90.000 Quadratmetern, ist es ungefähr so groß wie Österreich und hat mindestens genauso viel zu bieten – atemberaubende Natur, wunderschöne Altstädte und malerische Küstenabschnitte. Darüber hinaus ist das Land berühmt für seinen Portwein, frischen Fisch, wunderschön verkachelten Häuserwänden und Korkexport. Auch wir konnten uns dem nicht Entziehen – wollten wir aber auch gar nicht. Und so hieß unser erster Stopp gleich Porto.

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Immer wieder sonntags – ins Museum oder entlang der Promenade

Während die Christen sonntags in die Kirche gehen, ist der Eintritt in Portos Museen jeden Sonntagvormittag bis 14 Uhr frei. Hier lohnt es sich bereits vorher zuschauen, welche Museen für einen interessant sind, denn die Auswahl ist groß – z.B. das Portwein Museum,  das Tram Museum, das Museum für Fotografie und noch einige mehr.    

    

Bei schönem Wetter lohnt sich jedoch ebenso ein Spaziergang am Wasser entlang. Ich kann euch die Strecke vom Leuchtturm „Farol de Felgueiras“ entlang der Promenade Stadteinwärts empfehlen. Wir liefen dabei auch durch den Park „Passeio Alegre“, wo gerade ein Art & Craft Markt mit lokalen Produkten im Gange war.

Wenn ihr Glück habt, seht ihr auc die alte Straßenbahn Nummer 1. Mit der lohnt es sich auf jeden Fall auch mitzufahren, weil sie ein Stück parallel zur Promenade fährt. Von der Promenade habt ihr darüber hinaus eine tolle Aussicht auf den Fluss „Douro“ der dort ins Meer mündet.

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UNESCO Weltkulturerbe

Wer noch nicht genug geschlendert und flaniert ist, dem empfehle ich das UNESCO Weltkulturerbe Stadtviertel „Ribeira“. Die Kopfsteinpflasterstraßen und kleinen Gassen laden noch mehr zum Bummeln und die bunt verkachelten Häuserwände zum Träumen ein. Weitere tolle Fotomotive sind die auf der Straße platzierten verkachelten Steine und die engen hohen Wohnhäuser.

 

 

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Porto und seine Harry Potter Studenten und ein Buchladen der an Hogwarts erinnert

Ein Highlight, das man sich Anfang Mai nicht entgehen sollte, aber eigentlich auch nicht kann, ist die Feier der Studenten. Sie zelebrieren dann eine ganze Woche lang in Portugal das Ende des Akademischen Jahres. 

In dieser Zeit finden keine Vorlesungen oder Examen statt. Stattdessen bevölkern die Studenten in ihren schwarzen riesigen Umhängen, die stark an Harry Potter erinnern, die Straße. Einige sind aber auch mit einem Hochhut und Gehstock  bestückt oder mit einem übergroßen Holzlöffel.

Ersteres symbolisiert, dass der Student sich im 4. Jahr von 5 des Studiums befindet. So verbrennen die Studenten nach dem ersten Jahr ihre “semente” (Samen) und bekommen stattdessen ein “grelo” um ihre Studentenmappe gebunden. Nach dem zweiten Jahr brennt dann der grelo und die Studenten erhalten eine “nabiça” (eine Blume aus Stoff), die im dritten Jahr verbrannt wird, wo der Student daraufhin die Bänder bekommen. Nach dem fünften Jahr werden diese schließlich verbrannt und durch den Hut und Gehstock ersetzt. Jede Fakultät identifiziert sich durch eine bestimmte Farbe, die aber immer eine knallige Farbe ist. Was es mit dem Holzlöffel auf sich hat, haben wir nicht herausbekommen, aber so wie es aussah, waren das die Anführer der Studentengruppe. Auch wenn es für uns Außenstehende sehr lustig war, nahmen die Portugiesen alles sehr ernst.

Wer schon immer mal in die Welt von Harry Potter eintauchen und nach Hogwart wollte, der kann das im Livraria Lello Buchladen. Von außen wirkt das Gebäude eher unscheinbar, (bei uns war es auch eingezäunt). Von innen kommt man aus dem Staunen kaum heraus.

Hier zieren sich die wunderschöne Innenverkleidung aus Holz und die prunkvolle Treppe mitten im Raum, die sich in die erste Etage nach oben schlängelt. Die im neo-gotischen Stil gebaute Buchhandlung, zählt zu eine der Schönsten. Und Bücher wohin das Auge nur reicht.

Hier soll sich auch Joanne K. Rowling für Ihre Harry Potter Bücher inspiriert lassen haben. Weil der Ansturm in den letzten Jahren durch diese enorm angestiegen war, gibt es jetzt ein Einlassstopp bei zu vielen Menschen. Auch einen Unkostenbeitrag von 3 € muss man mittlerweile verrichten. Für Buchliebhaber definitiv sehenswert, denn die Eintrittskarte kann mit dem Kauf eines Buches verrechnet werden.

Kein Porto ohne Portwein

Als bekennender Portwein-Liebhaber konnte ich natürlich Porto nicht ohne eine Weinkellerei besucht zu haben,verlassen. Diese befinden sich auf der anderen Seite des Duoro Flusses, die ihr über die Luís I. Brücke erreichen könnt. Von dort aus hat man auch einen fantastischen Ausblick auf den Fluss und die Altstadt von Porto.

Weil wir den Tag im Urlaub auch entspannter angehen, waren wir etwas spät dran. Zwar haben die meisten Weinkellerei im Mai schon bis 19 Uhr offen, jedoch finden die Führungen in verschiedenen Sprachen statt, sodass die meisten nur noch auf Französisch waren oder gar nicht mehr and dem Tag zur Verfügung standen.

Bei den weltbekannten Bodegas wie Sandman und Taylor hatten wir aus diesem Grund keinen Erfolg mehr an diesem Tag. Wir fanden aber noch eine kleine Weinkellerei auf halber Strecke bergab, die noch offen hatte. Wie sich anschließend herausstellte, gehört die Marke „Offley“ bei den Einheimischen sogar zu den beliebtesten. Und noch besser, die Tour war im Gegensatz zu anderen Weinkellereien auch kostenlos.

Wir haben anschließend noch an einer Verkostung teilgenommen, die für unterschiedliche 3 Verkostungsproben insgesamt 4 € kostete. Der bis dato uns noch unbekannte Portwein gehört mittlerweile auch zu unserem Lieblingsportwein. Besonders der weiße hat es uns angetan. Aber das ist natürlich wie immer geschmacksache.

Den Abend ließen wir dann bei einem weiteren Glas Portwein auf der gleichen Seite des Flusses Duoro und dem wunderbaren Blick auf die Stadt ausklingen.

Vom Stadtgetümmel ins Grüne

Alle Naturfreunde kommen im Kristallpalast-Park (Palacio de Cristal) garantiert auf ihre Kosten. Nicht nur weil er durch seine wunderschöne Flora besticht, sondern auch weil man einen gigantischen Ausblick auf Porto hat.

Dort kommt man immer wieder an kleinen Aussichtspunkten vorbei, die verschiedene Perspektiven auf Porto und den Fluss eröffnen. Das Highlight für uns waren aber die frei herumlaufenden Pfauen im Park. Hier haben wir ein paar Stunden genossen, Fotos geschossen und uns hin und wieder ein Portwein eingegossen. 😉

 

Kulinarische Wunderlinge und wunderbare Dinge

Bacalhau (Stockfisch/Kabeljau) – Die Portugiesen lieben Ihren Bacalhau. Zunächst wird der Stockfisch ca. 150 Tage, traditionell durch Wind und Sonne, getrocknet und mit reinem Meersalz eingerieben.

An der Clérigos Kirche, die durch ihren Turm heraussticht, ist ein kleiner Laden „Casa Portuguesa do Pastel de Bacalhau“. Hier wird der Fisch gestückelt, von einem Kartoffelkäseteig ummantelt und anschließend noch frittiert. Wer mag, der bekommt dazu noch ein weißen Portwein serviert – wollten wir natürlich 😉

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Francesinha – Ein typisches Gericht aus Porto ist Francesinha, ein Sandwiches, das aus zwei Toastbrotscheiben besteht, zwischen denen Kochschinken, Linguiça (ähnlich der Chorizo-Salami), gebratenem Rindfleisch kommt. Oben drauf wird zerflossener Käse gegeben, sowie eine heiße dickflüssige Soße aus Tomaten, Bier und Senf. Traditionell kommt an die Soße noch ein Brandy und Weißwein. Schmeckt ganz gut, aber war jetzt nicht unser Urlaubshighlight.

Bier – Seinen Bierdurst löscht man am besten mit einem Super Bok, dem portugiesischen Bier. Auch hier gibt es verschiedene Varianten. Uns hat am besten das Super Bok-Abadia geschmeckt. Wer lieber Stout oder es fruchtiger mag, auch dem wird von Super Bok eine passende Variante geboten.

 

Tipps für Porto

Das Restaurant Cervejaria Brasão wurde uns von Einheimischen empfohlen und demnach die einzigen Touristen. Weil es sehr beliebt ist, sollte man auf jeden Fall einen Tisch vorbestellen, sonst muss man mit mindestens einer halben Stunde Wartezeit rechnen. Der Service war sehr gut und das Essen war gut. Die Preise sind normal.

Wer gerne am Wasser in der Nähe der Luís I. Brücke essen möchte, dem empfehle ich auf der Seite der Weinkellereien sich ein Lokal zusuchen. Auf der Altstadtseite ist es überteuert und schmeckt auch nicht besonders gut.

Wer sich kein Auto mietet, für den lohnt sich die Metro Tageskarte für 5,10€. Oder ihr macht es so wie wir und lauft. Weil es in Porto sehr hügelig ist, solltet ihr nicht ganz unfit sein.

Alkohol wie Bier gibt es bei Lidl im Supermarkt günstig. Ansonsten kann ich auch die kleinen Tante-Emma-Läden empfehlen. Dort hat eine Flasche Portwein gerade einmal 6,50 € gekostet.

Übernachtet haben wir sowohl in Porto als auch in Peniche über Airbnb. Unsere Gastgeber waren sehr freundlich und haben uns tolle Insider-Tipps gegeben.In Porto hatten wir das Haus sogar alleine. Unten war ein nettes kleines Kaffee.

 

Von Porto nach Peniche über die Monsterwellen

Von Porto fuhren wir weiter in den Süden Richtung Peniche. Nach 4 Stunden auf der Landstraße (auf der Autobahnmautstraße braucht man rund 2 Stunden) erreichten wir den kleinen Ort Nazaré. Der Ortsname  leitet sich historisc von dem Ortsteil Sítio de Nossa Senhora da Nazaré (übersetzt: Ort Unserer Frau von Nazareth) ab. Der Ortsteil Sítio befindet sich links vom Nazaré-Strand oben auf einem  Felsmassiv, dessen Steilwände zum Teil nahezu senkrecht zur Bucht von Nazaré abfallen. Auf der Hochterrasse befindet sich das historische Zentrum.  In der Mitte des Platzes befindet sich der „Coreto“, ein 1897 errichteter Musikpavillon.

Auf halber Strecke liegt der gleichnamige Surfspot Nazaré. Die Wellen sind jedoch nichts für Anfänger. Die bis zu 20 Meter hohen Monsterwellen surfen nur absolute Profis.

Sie zählen zu den größten Wellen der Welt! Wir hatten zwar nicht das Glück diese Riesenwellen zu bestaunen. Dafür waren der Ausblick und der Sonnenuntergang atemberaubend. Von  Nazaré sind es dann noch rund 60 km bis nach Peniche gewesen.  

Der kleine Ort befindet sich unmittelbar an der portugiesischen Westküste auf einer kleinen Halbinsel. Im Sommer gehört Peniche zu den beliebtesten Surfspots in Portugal. Obwohl hier ganzjährig die besten Surfbedingungen in Europa herrschen, trifft man im Winter hauptsächlich auf die Einheimischen. Währende im Sommer der kleine Ort buchstäblich aus allen Nähten platzt, wirkt die Hafenstadt im Winter mit seinen 20.000 Einwohnern fast wie ausgestorben. Nur vereinzelt trifft man Touristen und einige hartgesottene Surfer. Aber auch in Peniche feiern die Studenten im Mai. So hatten wir das Glück den wunderbaren Fado-Gesang und die mystische Atmosphäre zu bestaunen.

Die Bucht zwischen Peniche und Baleal wo sich die Dünen am Strand entlang auftürmen lädt zu einem ausgiebigen Spaziergang ein.

Überall an den Stränden sind Surfschulen und Shop zum Ausleihen von Equipment. Auch im Mai war es bereits ziemlich voll im Wasser.

Von unserem AirBNB Host wurde uns das Restaurant „KateKero I“ empfohlen. Uns wurde nicht zu viel versprochen. Von der Fischtheke durften wir selbst den Fisch aussuchen, den wir später serviert bekamen – Dorade und Schwertfisch. Beides sehr lecker.

Nach drei Tagen entspannen, essen, surfen und langen Spaziergängen fuhren wir weiter Richtung Lissabon. Was wir auf dem Weg dorthin wundersames entdeckten und was wir für tolle Begegnungen in Lissabon hatten, dass erfahrt ihr im zweiten Teil.

Viele Grüße Nadja

 

Schon gewusst?
Auch wenn die Portugiesen so berühmt für ihren Portwein sind, erfunden haben ihn eigentlich die Engländer. Denn sie wollten den guten Wein haltbar für die Überfahrt machen und mischten deshalb Brandwein zu. Der weiße Portwein wird übrigens als Aperitif und der rote Digestiv getrunken. Here is the content

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