Portugal von Porto nach Lissabon (Teil 2)

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Mit dem Auto fuhren wir von Peniche weiter Richtung Lissabon. Die Stadt Lissabon erstreckt sich im äußersten Südwesten von Europa. Ebenso wie in Porto sind viele Häuserwände mit bunten Kacheln geschmückt und überall gibt es Korkgegenstände zu kaufen. Lissabon, das direkt an der Atlantikküste liegt, ist aber auch für seine lange Tradition als Seefahrerstadt bekannt.

Wenn man aus dem Norden wie wir kommt, gibt es auf der Strecke zwischen Peniche und Lissabon auch einiges zu sehen. Immer wieder führt die Straße abseits der Autobahn direkt entlang der Küste. Ein Muss für alle Kultur- und Naturliebhaber ist die Stadt Sintra und der Nationalpark Serra de Sintra-Cascais, welcher bis zur Küste reicht. Weiter nördlich befinden laden bereits zahlreiche Strände und Surfspots zum Anhalten ein. Ein weiteres Surfmekka neben Nazaré ist defintiv Ericeira.

Surfer hotspot Ericeira

Dieser Ort gilt als einer der besten Surfer Hot Spots der Welt. Solche Surfbedingungen gibt es sonst nur an der Nordküste Hawaiis. Zu den besten Spots gehören Coxos, Ribeira d’llhas oder Pedra Brance, wo neben den Profis aber Anfänger in einen der zahlreichen Surfschulen ihr Glück versuchen können.

Die Weltkulturlandschaft Sintra

Von der UNESCO 1995 in der Kategorie Kulturlandschaft als Weltkulturerbe aufgenommen, wird Sintra auch als das Paradies auf Erden bezeichnet. Im 19. Jahrhundert kamen zahlreiche wohlhabende Lissabonner, die wegen der schönen Landschaft eine Sommerresidenz hier bauten. Aber auch Dichter und Künstler ließen sich von der Schönheit der Flora und Fauna inspirieren.

Auf dem Weg zum Nationalpalast Palácio National de Sintra, führt die Straße entlang des vegetationsprächtigen Parks Parque da Liberdade und einem hübsch mit Kacheln verzierten Brunnen. Immer wieder taucht der Nationalpalast auf und zeigt sich aus einer neuen Perspektive. Der Palast wurde auf einer antiken Moslemresidenz errichtet. Mit seinen 33 m hohen Türmen ist er nicht nur das Wahrzeichen der Stadt, sondern auch das einzige in Portugal vollständig erhaltende Zeugnis eines mittelalterlichen Herrenhauses. Die 2 markanten Türme sind die Kamine der Küche, die durch maurische Bauweise geprägt sind.

Sintra ist darüber hinaus auch bekannt für seine Queijadas. Das Rezept dieser kleinen Blätterteigstückchen ist bereits Jahrhunderte alt, das bis ins Jahr 1227 zurückreicht. Die Hauptzutaten sind Käse, Zucker, Eier, Mehl und Zimt.

Wer Zeit hat kann zum Kap Cabo da Roca, dem westlichen Punkt des europäischen Festalndes, fahren. Entweder mit dem Auto oder mit einer alten Straßenbahn, die zur Küste und dem Ort Colares führt. Die Mit dem Auto führt eine Straße entlang der Paläste, die auf den Hügeln thronen. Vom Strand Praia Grande, der auch ein guter Surfspot ist, führt ein Wanderweg hin. In Cascais gibt es einen kostenlosen Fahrradverleih. Jedoch sollte man gleich früh da sein, denn dieser ist beliebt, weil ein schöner 7 km Radweg entlang der Küste führt.

Quinta da Regaleira

Wir entschieden uns in die Quinta da Regaleira zu gehen. In das Hauptgebäude flossen verschiedene Bau- und Kunststile ein.

Besonders auffallend sind die der Gotik, Manuelismus und Rennaissance. Auf dem Grundstück befinden sich noch weitere Gebäude.

Darunter eine kleine Kapelle und ein paar Türme, von denen man einen tollen Blick aus auf das Castelo dos Mouros (Maurenburg) hat.

Highlight für uns war neben den wunderschönen Pflanzen, der Abstieg über eine Wendeltreppe im inneren eines umgekehrten Turms.

Denn der war nicht in die Luft, sondern in die Erde gebaut. Unten angekommen führen verschiedene Tunnel nach draußen, unter anderem durch einen begehbaren Brunnen und einer Art Lagune.

Ankunft in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon

Nach einem wundervollen Tag fuhren wir weiter nach Lissabon. Ebenso wie Port ist auch Lissabon auf sehr hügeligem Grund gebaut. Die Straßen sind außerdem geprägt von Einbahnstraßen und Kopfsteinpflaster.

Das erste was man bereits von weiten sieht ist die Brücke Ponte 25 de Abril, die 1966 eingeweiht wurde und Lissabon mit dem Ufer des Almada verbindet. Die Brücke ist rund 2,3 km lang und schwebt 190 m über dem Fluss Tejo.

Sie zählt zu eine der größten Hängebrücken der Welt und kostet (1,70 €) lediglich, wenn man nach Lissabon reinfährt. Das Herzstück von Lissabon ist der großzügige Platz Praca do Comércio der direkt am Fluss Tejo liegt.

Pink Street, Wachteln und Feuerwasser – was ein Abend so zu bieten hat

Nachdem wir uns kurz mit unseren Airbnb Hosts unterhielten, die selbst Franzosen sind, haben wir uns auf dem Weg in die Stadt gemacht und uns mit Freunden getroffen, die zufällig auch gerade in Lissabon waren. Bevor wir essen gingen, wollten wir den Abend mit einem Glas Bier beginnen. Das kann man gut in der Pink Street, die wie der Name bereits andeutet, wirklich pink ist.

Dort reihen sich die Bars und auch Clubs für die späteren Stunden aneinander. Wir entschieden uns für eine kleine Kneipe, die tagsüber wahrscheinlich ein Angelgeschäft ist. So waren überall kleine Schwimmer zusehen und auch die Getränkekarte war an einer Angel befestigt. Wir probierten das selbstgebraute, was auch ganz okay schmeckte.

Lissabon ist preislich teurer als Porto, aber das ist nicht ungewöhnlich, schließlich ist es die Hauptstadt. Auch hier sollte man einen Tisch im Restaurant vor reservieren, wenn man nicht stundenlang auf der Suche nach einem freien Tisch sein möchte. Wir hatten schon fast aufgeben, als wir über ein wunderbares kleines Restaurant stolperten, das nicht nur eine sehr entspannte Atmosphäre hatte, sondern sondern sich der Abend als echtes Event am Ende entpuppte. So saßen sechs verschiedene Nationen an einem Tisch. Ich als Deutsche, mein Freund als Waliser, sein Kollege Ire, seine Freundin Neuseeländerin und ein Pärchen das wir kennenlernten, er Englisch und seine Freundin Australierin. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde bestellten wir was die Speisekarte zu bieten hatte – also kleine Schnecken, Wachtelschenkel, Hühnerleber und Spargelomlett.

Alles sehr schmackhaft, auch wenn sehr außergewöhnlich. Nachdem wir die ungewöhnliche Speisekarte einmal durchprobierten, kam der Kellner und sagte, dass jetzt eine Spielerunde folgt. Am anderen Tisch saßen Spanier und am dritten Tisch Portugießen. Nun, ich glaube ihr könnt ungefähr erahnen, was für ein Spaß das am Ende war. Weil der Ire und die Australierin durch Zufall beide Mitternacht Geburtstag hatten, hollte der Kellner plötzlich einen Kanister heraus und goss allen einen Schnaps, der sich Feuerwasser in Portugal nennt, ein.

Ein paar Gläser später probierten wir uns schließlich alle im Tellerrotieren. Am Ende des abends, hatten wir plötzlich 12 neue Freunde und einen Kellner, der uns schließlich noch nachhause fuhr. Definitiv empfehlenswert, wenn ihr nette Leute und außergewöhnliches Essen kennenlernen wollt. Das Besondere ist aber, dass das Restaurant nur mittwochs öffnet. Die Zutaten kommen vom Fleischer gegenüber – frei nach dem Motto was er gerade da hat, gibt es am Abend auf dem Teller. Tolle Idee.

Sightseeing in der Hauptstadt

Direkt am Teho finden sich der Torre de Belém und das Kloster Mosteiro dos Jerónimos mit der Ruhestätte des berühmten Seefahrers Vasco da Gama, sowie das Monument Padrao dos Descobrimentos.

Letzteres ist ein den Seefahrern gewidmetes Denkmal, das sich direkt am Ufer des Tejo befindet. Im Inneren gibt es einen Fahrstuhl mit dem man auf die Spitze fahren kann. Auf dem Vorplatz befindet sich eine riesige Windrose aus Marmor, auf der die Entdeckungsrouten eingezeichnet sind.

Gegenüber befindet sich das Kloster Mosteiro dos Jerónimos, das seit 1983 Teil des Weltkulturerbes ist. Die beeindruckende manulenische Architektur wurde 1501 gebaut. Die Aufgabe der damals dort wohnenden Mönche war die Seelsorge der Seefahrer und das Beten für diese.

Der Turm Torre de Belém steht ebenfalls am Ufer des Tejo, jedoch teilweise im Wasser. Der Turm wurde im 16 Jahrhundert gebaut, um feindliche Schiffe aufzuhalten die Stadt einzufallen. Neben seinen manulenischen Elementen, finden sich auch einige moslemische und orientalische Motive. Später diente der Turm als Zollamt, Telegrafenstelle, Leuchtturm und sogar als Gefängnis. Heute ist es offen für Touristen.

Auf der anderen Seite des Flusses in Almada befindet sich das Monument Cristo Rei, welches 1959 eingeweiht wurde. In dem 110 m hohen Denkmal ist ein Gebetsraum und man kann auf die Spitze steigen. Auf dem Vorplatz hat man aber auch einen super Ausblick auf die Brücke Ponte 25 de Abril und Lissabon.

Eindrucksvoll ist auch der Praca de Comercial, welcher sich zum Wasser hin öffnet. Der Platz wurde nach dem heftigen Erdbeben von 1755, bei dem fast 1/3 der Lissabonner ums Leben kamen, komplett neu gestaltet. König Joseph I. Begann sofort mit dem Wiederaufbau. Heute steht in Andenken an ihm eine Statue mitten auf dem Platz.

In der Nähe des Praca de Comercial befindet sich der Elevador de Santa Justa. Ein Personenaufzug der die Stadtteile Baixa und Chiado verbindet. Errichtet wurde die 45 m hohe Stahlkonstruktion, die mit zwei Kabinen für je 24 Personen ausgestattet ist, 1902. Im obersten Stockwerk befindet sich ein Café mit spektakulärer Aussicht über die Stadt.

Hippe Orte und traditioneller Gesang

Das LX Factory Gelände ist ein ehemaliger großer Manufakturenkomplex in Alcântara, der heute eine kreativer dynamischer Ort für Kunst, Mode, sowie Musik und leckerem Essen ist.

Neben zahlreichen kleinen Bars, Restaurants und interessanten kleinen Shops gibt es auch eine Büchercafé.

Als wir dort waren, passierte gerade ein Flashmob und ein paar Musiker belebten die Straße mit ihren rhythmischen Klängen.

Als großer Flohmarkt-Liebhaber enthalte ich euch natürlich nicht die besuchten Flohmärkte in Lissabon. Leider war das Wetter an dem Wochenende so schlecht, das wir auf dem Flohmarkt Feira da Ladra, der unter freiem Himmel stattfindet. Jedoch fanden wir an diesem Tag lediglich zerfledderte Regenschirme und überflutete Straßen auf. Aber unser Host gab uns noch ein Tipp für ein Indoor-Flohmarkt, den wir ebenfalls besuchten und auch empfehlenswert ist. Leider haben wir keine Adresse mehr.

Toll war an dem kleinen Markt, dass er in einer Art unscheinbaren Lagerhalle war, und drinnen eine Band spielte, während man entweder stöbern oder ein Kaffee im angeschlossenen kleinen Café trinken konnte.

Die melancholische Gesang des Fado stammt ursprünglich aus den Armenvierteln von Lissabon. Überall kann man die lebendige Kunst des Fados erleben. In Restaurants, kleinen Bars und großen Konzertsälen erleben kann. Traditionell wird der Fado von einer Person mit einer kräftigen Stimme in Begleitung einer portugiesischen, zwölfsaitigen guitarra gesungen. Die Lieder erzählen von Herzschmerz, Träumen und verlorener Jugend.

Essen und Trinken

Ginjinha

Ginjinha oder Ginja ist ein portugiesischer likör mit 17 bis 20 % Alkohol, der aus Sauerkirchen hergestellt wird und ähnlich wieder deutscher Kirschlikör schmeckt. Ginjinha wird überall in Lissabon ausgeschenkt, teilweise auch in Schokoladen Shot-Gläsern.

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Käsetörtchen

In Sintra: Café As Verdadeiras Queijadas: Dort gibt es die kleinen Käsetörtchen aus Blätterteig (Die-Do 9-19 Uhr, Rua Volta do Duche 12 )

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Puddingtörtchen

In Lissabon: Die zimtbestäubten pastéis de nata (Puddingtörtchen) mit einer Blätterteigkruste und einer Puddingcreme in der Mitte sind eine zuckersüße Leckerei. Überall in Lissabon kann man die kleinen Törtchen in Bäckereien und Cafés bekommen. Die angeblich besten gibt es heiß aus dem Ofen in Belém. Jedoch muss man ziemlich lange dafür anstehen.

Restaurants in Lissabon

Quinta faca e alguidar: Leider habe ich keine Adresse dazu gefunden. Aber es befindet sich wahrscheinlich in der Rua de São João da Praça, unweit von der Kathedrale von Lissabon.

Casa do Alentejo

Hinter der unscheinbaren Häuserfassade befindet sich das Restaurant Casa dp Alentejo. Kaum hat man die Türschwelle überwunden, fühlt man sich plötzlich wie in tausend und einer Nacht. Ursprünglich als erstes Casino von Lissabon erbaut, beherbergt das Haus heute ein Restaurant, dass günstiges und gutes traditionelles Essen für jedermann anbietet. (Rua das Portas de Santo Antão 58,1150 Lisboa,Portugal)

Das war ein grönender Abschluss für einen tollen Urlaub. Wir wünschen Euch viel Spaß bei Eurer nächsten Reise und vielleicht steht ja jetzt auch Portugal auf Eurer Liste.

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Eure Nadja

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